Auf der Flucht

Für heute sind Dauerregen und Sturm angesagt. Wir müssen um 10:00 Uhr unser Zimmer verlassen und können erst ab 16:00 Uhr in unserem Hostel in Egilsstaðir einchecken. Stellt sich die Frage, wie wir uns die Zeit vertreiben. Outdoor-Aktivitäten sind heute nicht optimal und außer Natur gibt es hier nicht viel zu sehen. Zum Glück können wir die Regenzeit noch in den Gemeinschaftsräumen des Hostels verbringen. Cappuccino und Reiseführer stehen bereit um die restlichen Tage zu planen. Heute wollten wir eigentlich durch die Berge über die 95, die Breiðdalsvík und Egilsstaðir verbindet, aber bei Stum und Regen macht das wenig Sinn! Wir entscheiden uns für die Küstenstraße, die außen rum führt und vertrödeln uns die Zeit bis ca. 12:00 Uhr. Es hört etwas auf zu regnen und wir ziehen los. Vielleicht finden wir unterwegs noch ein gemütliches Café oder ähnliches? 

Der Wind peitscht und wir tingeln die Küste entlang. Links von uns hohe, zerklüftete Berge, recht das tosende Meer und schroffe Felsen, an denen sich die meterhohen Wellen brechen. Ein tolles Schauspiel und so verweilen wir ein bisschen um einfach nur zu schauen! 

In Breiðdalsvík suchen wir uns ein warmes Plätzchen im Kaupfjelagið Art and Craft Café. Ein ehemaliger Kaufmannsladen, in dem man, neben gutem Kaffee und Kuchen, Grundnahrungsmittel und ein paar Souvenirs bekommt. Weiter geht es die Küste entlang, von einem Fjord zum anderen. Eine wundervolle Strecke, der Wind pustet ordentlich, aber Marco hat alles fest im Griff und chauffiert uns souverän nach Egilsstaðir. Nicht selbstverständlich, wenn man manchmal Videos sieht, in denen der Wind hier so stark ist, dass er Autos umwirft oder Türen abreißt. 

Wir checken wieder im Eiðar Hostel ein, wo wir schon die erste Nacht auf Island verbracht haben. Ansonsten passiert heute nicht viel – von dem anstrengenden Tag ausruhen, auf die morgige Sonne hoffen und mit den vielen anderen Touristen in der Küche um eine Pfanne kämpfen. 

Obwohl, nachdem wir es uns in unserem Zimmer gemütlich gemacht haben und Marco schon fast eingeschlafen ist, werfe ich ihn noch einmal aus dem Bett und entführe ihn in die Klälte der Nacht. Warum? Seht selbst: 


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