Wir haben fast alle Sehenswürdigkeiten auf unserer Island-Liste abgehakt. Ab jetzt ist Entspannung angesagt und wir können in aller Ruhe die letzten Tage auf der Insel genießen. Wir haben noch drei Nächte in Egilsstaðir gebucht bevor unser Fähre am Donnerstag Abend wieder gen Heimat schippert. 

Bevor wir uns auf den Weg Richtung Osten machen, fahren wir noch mal zur Gletscherlagune. Es ist noch nicht viel los und wir parken zwischen Diamond Beach und dem Gletschersee. Im See treiben die vom Gletscher abgängigen Eisberge, zwischen ihnen tauchen immer wieder kleine schwarze Punkte auf. Die Eisbrocken schimmern in den verschiedensten Farben – schön und traurig zugleich. 

Der Jökulsárlón ist ein Ausläufer bzw. eine Gletscherzunge des Vatnajökull-Gletschers. Die Lagune begann sich etwa 1935 zu bilden, da sich der Gletscher von der Atlantikküste zurückzog. Da die Eisberge vom Breiðamerkurjökull-Gletscher abfallen (bekannt als Prozess der Abkalbung) und in die Lagune treiben, ist die Lagune in den letzen 50 Jahren um das Vierfache gewachsen und zählt mittlerweile zum tiefsten See Islands. Durch die Verbindung zum Nordatlantik vermischt sich das Schmelz- mit Meerwasser und je nach Strömung ist die Konzentration mal höher und mal niedriger. Zwischendurch zerbrechen die größeren Eisberge immer mal wieder und geben einen lauten Knall von sich. Die Robben in der Lagune machen sich einen Spaß daraus die Touristen für ein Foto anzulocken und dann gleich wieder abzutauchen. Stundenlang könnte man hier sitzen und einfach nur schauen. Aber es wird langsam voller und wir laufen noch zum Diamond Beach. So nennt sich der schwarze Strand an dem die aufs Meer getriebenen Eisbrocken anlanden. Die Sonnen scheint und es ist schon recht warm. Viel Hoffnung ein paar der Diamanten zu sehen haben wir nicht. Wir laufen trotzdem hin und werden überrascht: Es glitzert im Sand und wir können ein paar kontrastreiche Bilder machen, denn wie heißt es in dem schönen Lied: „Diamonds are a Girls best friend“! Meine Freunde scheinen es nicht zu sein, denn während ich Marco beim Fotoshooting der kleinen Schönheiten vor einer herannahenden Welle warnen will und einen Schritt zurück gehe, stolpere ich über einen größeren Eisklumpen und setze mich unfreiwillig in den schwarzen Sand. Zum Glück ist außer einem blauen Fleck nichts passiert und gefilmt hat auch keiner. Krone richten, Sand abklopfen und tun, als wäre nichts passiert. 

Wir setzen die Fahrt gen Osten fort, zur Halbinsel Stokksnes. Die Landschaft um uns herum, typisch isländisch. Einfach unbeschreiblich schön und vor allem wieder ohne Menschenmassen. Hier soll es freilebende Rentiere geben, aber außer dem Schild entdecken wir k

Umgeben von hohen Gipfeln, dem tosenden Meer und Gletschern, ist sie bekannt für den Berg Vestrahorn. Er ragt mit einer Höhe von 454 Metern majestätisch in den Himmel und ist ein beliebtes Ziel für Fotografen aus der ganzen Welt. Insbesondere, bei Ebbe und wenn die Sonne hoch steht, kann man den sich spiegelnden Berg besonders gut in Szene setzen. Wir haben die Sonne leider in der Gletscherlagune vergessen und der Vestrahorn hüllt sich in Wolken. Um zum Strand und das angrenzende Wikingerdorf zu kommen, müssen wir erstmal im Viking Café einchecken. Nach etwas Verwirrung bzgl. der Park- bzw. Eintrittsgebühren passieren wir die Schranke und fahren zum Parkplatz. Es gibt in diesem Gebiet 3 Parkplätze: Einen direkt am Viking Café, einen am Strand und Fußweg zum Wickingerdorf und einen am Aussichtspunkt vom Vestrahorn. Allerdings darf man (aus für uns unerklärlichen Gründen) nicht auf der Straße laufen, die die Parkplätze verbindet. Es handelt sich hier um max. 2 Kilometer Strecke. Also parken wir am Café, zahlen die Parkgebühr, fahren zum Aussichtspunkt, laufen dort ein wenig, fahren zum Parkplatz vom Wikingerdorf, laufen dorthin und fahren anschließend wieder zum Café, um uns dort aufzuwärmen. Die Kulisse um uns herum sieht aus, wie im Film. Das Meer bricht seine Wellen auf dem schwarzen Sand, darüber erheben sich markante Berge und der Strandhafer beugt sich dem Wind. Kein Wunder, dass Regisseure sich immer wieder Drehorte auf Island suchen: Egal ob Game of Thrones, Star Wars oder wie hier „The Witcher“. Denn bei dem schönen Wickingerdorf handelt es sich um eine Filmkulisse. Sie wurde kaum genutzt, aber für Touristen stehen gelassen. Auf jeden Fall passt sie in die wilde Szenerie und vermittelt einen Eindruck, wie es früher mal gewesen sein könnte. Durchgefroren geht es zurück zum Café und wir sind uns einig: Das Wetter wird schlechter, wir müssen aber nur noch unsere Unterkunft erreichen und deshalb gibt es jetzt eine Portion Gönnung in Form von Tee/ Cappuccino und einem Stück Kuchen. Wir sind ab jetzt im Erholungsmodus. 

Danach geht es Richtung Djúpivogur, ein kleines Küstendorf, das sich vom Handels- zum Kunst- und Kulturzentrum entwickelt hat. Das Nest ist verschlafen, kein Wunder bei dem Regen und Sturm, aber eine Merkwürdigkeit gibt es hier: Die „Eggin í Gleðivík“ – die Eier von Djúpivogur. Hierbei handelt es sich um 34 übergroße Nachbildungen von Vogeleiern aus Granit, die die 34 Vogelartenrepräsentieren, die in der Umgebung von Djúpivogur im Osten Islands nisten. Nach diesem kulturellen Highlight der Region, umfahren wir mehrere Fjorde, bevor wir in unserer Unterkunft in Berunes ankommen. O.k. Zwischendurch nötige ich Marco noch mal zu bremsen und zu wenden, denn in der Spitze eines Fjordes  liegen zwei Seehunde und lassen sich den Wind um die Nase pusten. 

In Berunes angekommen, werden wir freudig begrüßt: wir treffen Patrick, unseren Motorradfahrer aus Hvammstangi wieder. Was für ein Zufall! Nach dem Einchecken, kochen wir uns eine Kleinigkeit in der zum Hostel gehörigen Küche, werden von frechen Chinesen in eine dunkle Ecke des Raumes verwiesen, unterhalten uns mit einem italienischen Guide, der eine Gruppe junger Italiener durch Island führt und bekocht und verquatschen uns mit Patrick. Für morgen müssen wir uns dann noch überlegen, was wir anstellen. Sturm und Dauerregen sind angesagt und wir dürfen erst ab 16:00 Uhr in unser Hostel. 


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