Pünktlich um 7:30 Uhr stehen wir bei der Werkstatt auf der Matte. Wir werden herzlich empfangen und nachdem wir unser Problem und die Dringlichkeit erklärt haben, wird sofort ein Servicetechniker gerufen. Unser Auto wird in die Dialogannahme gefahren die Situation analysiert. Derweil dürfen wir in der Kaffeeecke Platz nehmen. Mir ist nicht nach Kaffee. Kennt ihr dieses flaue Gefühl in der Magengegend, wenn man mit schlechten Nachrichten rechnet?!
Zwischendurch werden wir immer auf Stand gebracht. Der „verkokelte“ Lautsprecher wurde abgeklemmt, allerdings geht das Radio jetzt gar nicht mehr. Der Techniker vermutet, dass es am Steuergerät des Entertainmentsystems liegt. Ein neues wäre erst in einer Woche verfügbar. Er empfiehlt aber, dieses zu prüfen und zur Sicherheit auch abzuklemmen. Hierzu müssten sie allerdings an den Kofferraum. Die armen Jungs tun mir jetzt schon leid, denn sie müssen Küche, Keller und Kleiderschrank ausräumen. Und da wir nicht in den Werkstattbereich dürfen, können wir nicht mal helfen.
Nach einer Stunde steht der Service-Techniker wieder bei uns in der Kaffeelounge und bringt uns auf Stand: Das Steuergerät wurde ausgelesen und abgeklemmt. Um den Fehler genau zu lokalisieren, müssten jetzt alle Kabel durchgemessen werden. Mittlerweile ist es 11:00 Uhr und das würde den zeitlichen Rahmen sprengen. Daher wurde das Steuergerät erstmal abgeklemmt und unser Roadhouse wieder vollständig zusammengebaut. Ohne große Gefahr, ein paar Euro ärmer aber auch ohne Radio können wir unsere Reise fortsetzen. Letzteres ist nicht weiter schlimm, denn navigiert wird ohnehin mit dem Handy und Musik oder ein Hörbuch sind auch darauf zu finden. Nachdem wir unsere Rechnung beglichen haben, setzen wir die Fahrt gen Hirtshals fort. Ich wusste ja, dass Island teuer wird, aber Werkstattkosten standen nicht im Budget-Plan.
Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau und ungefähr vier Stunden Fahrt liegen vor uns. Hinter der Grenze nach Dänemark ertönt ein komische Geräusch: Unsere Mägen knurren! Also suchen wir uns ein schönes Plätzchen mit Blick auf die Flensburger Förde und genießen unser „Spätstück“.
Achja, für alle, die sich fragen wie unser Kofferraum nach dem Werkstattbesuch aussieht: Es ist alles wieder an seinen ursprünglichen Platz! Die Techniker haben gute Arbeit geleistet oder auf unserem Blog gespickt, wo was hinkommt!
Auf das „Spätstück“ mit Aussicht folgt eine ruhige Fahrt. Vorbei an Kolding, Aarhus und Aalborg geht es die E45 entlang bis nach Hirtshals. Und außer unserem Hörbuch und den Anweisungen des Navis ist nichts wahrzunehmen. Kein Knacken, kein Knurren und kein komischer Geruch. Hoffen wir mal, es bleibt dabei!
In Hirtshals haben wir eine kleine Hütte auf einem Campingplatz gemietet. Klein ist sie wirklich, aber sie ist mit allem ausgestattet, was man braucht: Ein kleines Bad mit Dusche, eine Pantry-Küche und ein Essbereich. Da wir das schöne Wetter aus Flensburg eingepackt haben, machen wir es uns erstmal mit einem Cappuccino auf der kleinen Terrasse gemütlich. Danach ist wieder planen und organisieren angesagt: Wir müssen schließlich noch für die Fähre packen. Schnell die Packliste raus kramen und los geht’s: Ersatzklamotten, Kosmetik und Notfall- Apotheke sind schon in der Reisetasche. Snacks, ein paar Lebensmittel, der Reiseführer, Unterhaltungselektronik und Kamera sowie ein Kartenspiel kommen in den Rucksack. Die warmen Jacken ebenfalls. Jetzt gilt noch auszuknobeln ob wir Badesachen mitnehmen. Die Fähre ist nämlich, neben einem eigenen Kino, noch mit einem Indoorpool als auch ein paar „hot tubs“ an Deck ausgestattet. Wir sind unschlüssig und so bleiben die Sachen erstmal „zu Hause“. Der Rucksack platzt sowieso schon aus allen Nähten und Marco droht hinten über zu kippen.
Nachdem die Pflicht erledigt ist, kommt nun der spaßige Teil des Nachmittags: Es geht zum Autostrand. Wer schon immer mal mit dem eigenen Auto direkt am Strand entlang fahren wollte, ist hier richtig. Natürlich unter Beachtung der geltenden Verkehrsregeln: Tempo 30, nur bis zur Wasserkante, keine Übernachtung und bitte nicht festfahren! Auch hier erleben wir ein Dejavu, denn 2019 haben wir uns genau an diesem Strandabschnitt die Wartezeit auf die Fähre verkürzt. Da war es allerdings nasser, kälter und viel windiger. Und während sich ein paar sonnenhungrige Touristen in die Fluten stürzen, warten wir auf den Sonnenuntergang, hoffen auf eine ruhige Überfahrt und träumen uns schon mal nach Island.

















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