Wir haben Alternative 3 gewählt und bleiben somit noch einen Tag in Nordfriesland. Ribe und die dänischen Sandstrände müssen warten, denn unbeschwert können wir so nicht weiterreisen. Draußen zieht der Wind den Schafen die Locken glatt und der Regen kommt von vorne.
Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere Tasche, checken aus und fahren Richtung Husum. Da unser Gemüt genauso trüb wie das Wetter ist, wollen wir ein wenig durch die Stadt schlendern und das nordische Flair der „Storm Stadt“ genießen. Der Dichter Theodor Storm ist der berühmteste Sohn der Stadt. Hier geboren, verbrachte er einen großen Teil seines Lebens in der Gegend und arbeitete als Jurist. Sein bekanntestes Werk ist der „Schimmelreiter“, den wahrscheinlich jeder noch aus dem Deutschunterricht kennt!
Wir parken in der Nähe des Zentrums und laufen Richtung Hafen. Die kleinen Häuser sind von Rosenbüschen geziert und im Hafen liegen ein paar Segelboote. Viel ist nicht los und wir setzen unseren Weg in Richtung Schloss fort. Übrigens das einzige Schloss an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Es wurde vom Gottorfer Herzog Adolf um 1577 im Stil der niederländischen Renaissance erbaut. Ursprünglich diente es als Nebenresidenz, später als Witwensitz seiner Gattin. Die genaue Bezeichnung „Schloss vor Husum“ geht darauf zurück, dass das Gebäude zur damaligen Zeit außerhalb der Stadtgrenzen lag. Auf dem Weg zum Schloss passieren wir den Marktplatz mit der Marienkirche und treffen auf eine bunte Menschenmenge. Die Regenbogen-Fahnen und auffällig gekleidete Menschen lassen auf eine Veranstaltung der LQBTQ- Gemeinde schließen. Später lese ich, dass es sich um den Husumer CSD handelte.
Trotz ausgiebigem Frühstück knurrt uns irgendwann der Magen. Wir haben noch Brötchen vom Vortag übrig und entscheiden uns, einen Platz am Deich zu suchen um diese zu verzehren. Fündig werden wir ein Stück außerhalb von Husum und so werden die Brötchen mit Ausblick auf das Watt und die Halbinsel Nordstrand sowie unter der Beobachtung einer kauenden Schafherde vernichtet. Bevor wir, wie die Schafe auf den Wiesen, einschlafen machen wir uns auf den Weg nach Flensburg. Dort haben wir uns bereits einen Mini-/ BMW-Händler rausgesucht, wo wir auf schnelle Hilfe hoffen.
Der Weg führt uns entlang einer Etappe des historischen Ochsenwegs, auch via Jutlandica genannt, der Husum mit Flensburg verbindet. In Flensburg checken wir im Hotel am Fjord ein und drehen eine kleine Erkundungstour, vorbei an der Flensburger Förde und durch die Innenstadt. Da die Stadt im zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde, sind Gebäude aus unterschiedlichen Epochen zu finden. Die Mischung aus nordischem Flair, Backsteingotik und maritimer Geschichte macht sie besonders. Historische Kaufmannshöfe mit versteckten Innenhöfen, Kirchen der Backsteingotik und der Historische Hafen laden zu einem kleinen Stadtrundgang ein.
Zum Abschluss des Tages kehren wir noch bei Gosch am Hafen ein. Bei Matjes und Krabbensuppe werden schöne Erinnerungen an unsere Aufenthalte auf Sylt geweckt. Morgen heißt es dann früh aufstehen und um 7:30 Uhr vor der Werkstatt stehen. Drückt uns die Daumen, dass alles klappt und wir unsere Reise wie geplant und ohne Probleme fortsetzen dürfen.










































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